Coaching, Motivation und mehr…

2. April 2013

Achtsamkeit – der Selbstversuch (1)

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 13:05

Da ich heute Morgen vor Start meines Seminars noch Zeit hatte (mehr Zeit als ich sonst morgens habe), habe ich beschlossen den versprochenen Selbstversuch in Achtsamkeit mit einer Meditation zu starten.

Frühstücksfernsehen aus – Wecker auf zwanzig Minuten gestellt – Schneidersitz – Augen zu - los geht’s.

Ich sitze also hier und verfolge achtsam meinem Atem – Ein – Aus..Was ist das denn für ein Lärm da draußen? Stopp, nicht denken! also Ein und Aus. Ein und Aus… saaag mal, kann man auch leiser die Tür zumachen?? Ein und Aus , Ein und Aus.. Boah, meine Nase ist ganz schon zu… blöder Schnupfen.. Eii- ii-n.. und A-uuu-us… hm.. besser durch den Mund.. ja das geht.. Ein und Aus…Nachher kauf ich dann noch Milch und Müsli. Und was ess ich heute abend? Stooppp – zurück zum Atem.. Ein und Aus… Hat mein Bruder mir eigentlich auf meine SMS geantwortet? Na toll. Wie immer.. ich melde mich und melde mich… na warte, dem schreib ich gleich noch was.. oder soll ich schnell? (die Finger zucken schon in Richtung Handy) Neeeiiiin.. die AUGEN BLEIBEN ZU! Ein und Aus… Ein und Aus.. ganz schön lang so zwanzig Minuten… Hab ich den Wecker auch wirklich gestellt? Ich könnte mal kurz schauen! (die Finger zucken wieder in Richtung Handy) …. okay.. nicht gucken… Ein und Aus… Ein und Aus…. hab ich das eben richtig gehört? Justin Bieber hat einen Affen oder war es Brad Pitt? So ein Schwachsinn, dieses Frühstücksfernsehen…. Ein und Aus…ich bin noch ganz schön müde.. das war viel zu kalt zum Schlafen in dem Hotelzimmer hier… Eiiiinnnn und AUuusss… ganz schön müde… hatte auch noch keinen Kaffee…. Eiiiiiiin uuuuund Auuuuuuuuuuus…. Eiiiiiiinnn und Auuuuuus….zzzzzzzzzzzzzz

RIIIIIIIINGGGGGGG! Wer bin ich? Wo bin ich? Einbrecher!! Hilfe!! Ach ne… Eingeschlafen.. Mist, das muss ich wohl noch üben…

Müde steh ich auf und falle fast ins Kissen zurück… meine Füße sind mehr als eingeschlafen….quasi im Koma.. Aber entspannt fühl ich mich! Der Tag kann kommen!!!

Fortsetzung folgt… garantiert :-)

Eure
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25. März 2013

Introvision oder der Blick auf die eigenartige Welt der Gedanken

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 19:23

Heute ist mir ein äußerst interessantes (wenn auch etwas kompliziertes) Buch in die Hände gefallen, von dem ich unbedingt berichten muss. Die Fragen, um die es geht, sind sehr spannend: Wie ist es möglich den eigenen Bewusstseinszustand zu verändern und innerlich ruhiger zu werden? Wie kann man das Gedankenkarussell stoppen? Was lässt sich tun, wenn man sich ärgert oder einfach nicht entscheiden kann?

Eins kann ich vorweg sagen, einen einfachen Trick gibt es nicht. Und je mehr ich lese, um so klarer wird mir, dass es ziemlich schwer ist, die Methode der Introvision auf den Punkt zu bringen. Aber ich will es versuchen.

Grundlage ist folgende Überlegung: In uns laufen zwei parallele Systeme ab.

System Nr. 1 ist das grundlegende System, das wahrnimmt, denkt, plant, wünscht, handelt usw. Dieses System verarbeitet nur gültige Inhalte, sprich Inhalte, von denen wir glauben „Ja, so stimmt das mit der Realität überein“ und die keine Widersprüche beinhalten. Alle anderen Inhalte werden herausgefiltert und als ungültig markiert. Dieser Prozess kann jedoch auch bei widersprüchlichen, diskrepanten oder fehlenden Informationen hängen bleiben.

In diesem Fall greift System Nr. 2 ein. Dieses System will die Lücke schließen, damit der Prozess weiterlaufen kann. Dies tut es in dem es einen eigentlich ungültigen Inhalt in die Lücke mogelt. Man redet sich etwas ein und tut so, als wisse man die Lösung. Gleichzeitig wird diese Baustelle aber mit einer Anspannung oder einem unangenehmen Gefühl „markiert“ – ein innerer Konflikt entsteht. Die Suche nach einem neuen, gültigen Inhalt wird blockiert. Somit kommt es zu einem Datenverlust, die Qualität der Informationsverarbeitung nimmt ab. Leider bleibt es dann meist nicht bei dem einmaligen notfallmäßigen Eingreifen des Systems Nr. 2, sondern das Mogeln wird automatisiert. Aber wir sind ja schlau! Würden wir jetzt einen unwahren Inhalt nach dem anderen zusammenfügen, könnte das auf Dauer zu erheblichen Problemen führen, im schlimmsten Fall unser Überleben gefährden. Also kommt ein weiterer Mechanismus ins Spiel: Eine Stimme wird laut, die uns immer ermahnt, die eigentlich überschriebene Information im Gedächtnis zu behalten. Das das zu innerer Spannung und Diskrepanzen führt und es schwierig macht, Verhalten zu ändern, ist einleuchtend.

Deutlicher wird’s an einem Beispiel:

Ein Esel steht zwischen zwei gleich großen Heuhaufen und ist kurz vorm Verhungern. Er weiß nicht, was zu tun ist, der Prozess stockt. Es wird langsam brenzlig. Der Esel überschreibt also diese Lücke mit der Regel „nimm den linken Haufen“ und geht davon aus, dass dieser Gedanken richtig ist. Er verschließt die Augen davor, dass es auch falsch sein könnte und trabt mit schlechtem Gewissen nach links. Es klappt! Und je öfter er nun in eine solche Situation kommt, um so schneller wendet er sich nach links. Der Esel merkt bald, dass diese Vorgehensweise auch in anderen Situationen hilfreich sein könnte und statt geduldig zu rechnen, was zwei mal zwei ist, nimmt er einfach an, es sei 17. Andere Esel tun es ihm gleich, das Verhalten wird sozial akzeptiert, ja sogar erwünscht.

Oh weh, aber was tut er, wenn er wieder zwischen zwei Heuhaufen steht und der rechte ist deutlich größer und saftiger? System Nr. 1 sagt ganz klar: RECHTS! System Nr. 2 ist nun automatisiert und schreit: LINKS! Folge: Der Esel fühlt sich zwar ganz schlecht dabei und ist sehr angespannt, trottet aber nach links. Das Handeln wird also immer mehr der Realität unangemessen. Das kann gefährlich werden..z.B. wenn junge Esel die ursprüngliche Regel „Iss keine unbekannten Kräuter“ überschreiben mit „Ach was, iss es einfach mal!“ und so an giftige Gewächse geraten. Aus diesem Grund ist in ihrem Hinterkopf immer die Warnung „Vergiss die alte Regel nicht!!“

Was wäre eine gute Lösung für den Esel, am besten bevor er zu Mogeln beginnt? Er könnte sich eingestehen, dass er nicht weiß, was richtig ist und dann Vermutungen anstellen. Vielleiht links? Vielleicht rechts? Anschließend könnte er herum probieren und beide Heuhaufen testen… Möglicherweise entscheidet er sich im Endeffekt auch für den linken, aber er müsste sich weder einreden, dass das richtig ist, noch die Erkenntnis, dass auch der rechte Haufen die richtige Wahl sein könnte, ausblenden. Es entstünde kein innerer Konflikt, keine Anspannung, sondern unser Esel bliebe gelassen.

Einen ersten Schritt auf dem Weg zur Lösung verspricht also eine Schulung der achtsamen Wahrnehmung. D. h. man übt sich darin, Dinge im Alltag im Sinne von „Aha, so ist es“ einfach mal wahrzunehmen ohne zu werten, ohne zu urteilen, ohne einzugreifen.

Gar nicht so leicht – glaub ich: Das schreit nach einem Selbstversuch! Ich werde berichten… :-)

P.S. Das Buch ist von Angelika C. Wagner und heißt „Gelassenheit durch die Auflösung innerer Konflikte“!

20. März 2013

Fortsetzung „Der ganz normale Wahnsinn im Liegewagen der Deutschen Bahn“

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 19:15

Nachdem der (recht unfreundliche) Schaffner der jungen Mutter keine Auskunft zu den restlichen – womöglich freien – Plätzen geben konnte (wollte?), erklärte ich mich bereit, mit ihr zu tauschen. Also kletterte ich ganz nach oben und machte es mir (im Rahmen der Möglichkeiten) „bequem“. Ein bisschen wackelig hier oben und richtig ausstrecken konnte man sich auch nicht. Nach wenigen Seiten in meinem Buch und, nachdem sich alle anderen auch hingelegt hatten, beschloss ich, es auch mal mit Schlafen zu versuchen.

Jedoch – einer Verschwörung gleich – versuchte alles und jeder mich davon abzuhalten:

1. Der Zug ruckelte so stark, dass ich langsam befürchtete, dass wir entgleisen..

2. Dem kleinen Jungen war es wohl auch nicht so geheuer, so dass er bald und ausdauernd zu weinen begann…

3. Ein netter Mitreisender in der Nachbarkabine konnte die Nikotin-Sucht nicht länger unterdrücken und löste so einen gellenden Rauchalarm aus…

4. Ein älterer Herr stieg noch zu und versucht im Dunkeln, seine Liege zu beziehen, seine Hose auszuziehen und über die Leiter in die mittlere Etage zu klettern…

5. Die Temperatur im Abteil stieg trotz ausgeschalteter Heizung kontinuierlich an und an und an…

STOOOOPPPPP!

Zeit für Werkzeug Nummer 2: Wohl dem, der eine Entspannungstechnik beherrscht und sich so auch unter erschwerten Bedingungen runter fahren kann. Meine Methode: eine gedankliche Reise an einen ganz persönlichen Ort der Ruhe.

Langsam verwandelte sich meine enge Pritsche in ein kleines, schnuckeliges Segelboot, das sanft in den Wellen vor einer karibischen Insel schaukelte. Die Wärme des strahlenden Sonnenscheins konnte ich förmlich spüren. Die Geräusche um mich rum traten immer mehr in den Hintergrund, so dass ich das Weinen des kleinen Jungen nur noch als leises Kreischen der Möwen wahrnehmen konnte. Ich genoss das Urlaubsfeeling, den schönen Sommertag, das Meer, die Sonne …. und driftete langsam aber sicher ins Land der Träume ab.

So konnte ich Stunden später erholt und frisch in Saarbrücken aus dem Zug steigen und voller Energie in den neuen Tag starten. Das Schaukeln der Wellen spürte ich allerdings noch den ganzen Tag. :-)

Eure
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16. März 2013

Wie geht ein Coach mit dem ganz normalen Wahnsinn um?

Abgelegt unter: Allgemein — admin @ 19:13

Als Coach und Entspannungstrainerin hat man eigentlich den gepackten Werkzeugkoffer zur Bewältigung aller Situationen immer dabei. Da sollte einen ja nichts mehr aus der Ruhe bringen können…Aber wie sieht es in der Realität aus? Wie lassen sich Techniken aus dem Coaching, dem Mentalen Training und der Entspannung im alltäglichen Wahnsinn anwenden?

Erst vor wenigen Tagen sah ich mich einer herausfordernden Übungssituation ausgesetzt. Sind Sie schon mal zehn Stunden in einem Liegewagen der Deutschen Bahn, vorgesehen für sechs Personen, gefahren? Nein? Glauben Sie mir, ich musste alle Schubladen meiner Werkzeugkiste auspacken, um das zu überstehen.

Damit Sie sich die Ausgangssituation vorstellen können, lassen Sie uns eine Methode aus dem Mentalen Training gleich zum Einsatz bringen - Die Imagination.

Stellen Sie sich folgendes vor: Es ist acht Uhr abends, kalt, es liegt Schnee, Sie sind müde und wollen nach Hause. Ihnen ist klar, der Weg ist weit, aber auf Sie wartet ja eine bequeme (das glauben Sie zumindest jetzt noch) Liege im Zug. Der Zug kommt überraschenderweise zur vorgesehenen Zeit am Bahnsteig an. Sie wuchten Ihren Koffer zum entsprechenden Abteil und sehen vor sich etwas, dass Sie von den Ausmaßen her an eine Gefängniszelle erinnert: Drei Quadratmeter, sechs Pritschen, jeweils drei übereinander an jeder Seite. Mit Ihnen steigt ein junger Mann ein. Erstmal abwarten denken Sie und setzen sich auf Ihre reservierte Liege ganz unten. Aber Halt!! Setzen geht nicht, dafür ist der Abstand zur Liege oben drüber nicht groß genug. Möglich ist das nur, wenn Sie den Kopf zur Seite legen und sich zwischen die Pritschen quetschen. Sehr bequem! Aber in dem Wissen, dass Sie sich ja in wenigen Minuten gemütlich hinlegen können (das denken Sie nämlich jetzt immer noch), verharren Sie tapfer in dieser Position. Der Traum vom Hinlegen platzt, als eine junge Mutter und ihr (noch nicht ganz) dreijähriger Sohn, dazu stoßen und neben Ihnen auf Ihrer Liege Platz nehmen. Sie haben eine Liege oben reserviert, wollen aber erst einmal auf den Schaffner warten, um ihn zu fragen, ob Plätze frei bleiben, so dass sie sich einen anderen aussuchen können. Vom Schaffner ist allerdings nichts zu sehen. Die Zeit verrinnt..

Zeit für Strategie Nummer 1: Atmen! Einfach atmen! Bewusst atmen und dabei den Fokus auf die Ausatmung legen. Das lässt für einen Moment das Drumherum vergessen und zur Ruhe kommen. Zusätzlich kann man das Ausatmen mit der Vorstellung verknüpfen, dass man den Ärger, der in einem aufsteigt rauspustet und mit dem Einatmen Energie aufnimmt. Eine Notfallstrategie, die mir zu einem klaren Kopf verholfen hat. Mit Hilfe des jungen Mannes, der ebenfalls verbogen auf seiner Liege kauerte fanden wir heraus, dass man die mittleren Liege herunter klappen und so mit Rückenlehne ganz bequem sitzen kann. :-)

Aber es warteten noch weitere Herausforderungen auf mich und meine Werkzeugkiste. Bald mehr davon..

Eure
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